Spaziergang über die Kulturpromenade von Budapest: auf der Andrássy út
Gefangen von den Künsten, an Schauplätzen eleganter Paläste und exklusiver Geschäfte sowie stimmungsvoller Cafés
Die Kulturpromenade ist eine symbolisch gezeichnete Wegstrecke zwischen der Budaer Burg und dem Stadtwäldchen von Pest.
Hier treffen Sie die in kultureller wie geschichtlicher Hinsicht bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der ungarischen Hauptstadt an. Deshalb verdient sich dieser Abschnitt von Budapest durchaus den Titel des Weltkulturerbes. Diesmal halten wir uns auf der Pester Seite auf, wo wir stundenlang auf dem einige Kilometer langen Abschnitt flanieren können, der jede Menge sehenswerter Kulturschätze bereithält, die das Auge erfreuen!
Zwischen dem Ausgangs- und dem Zielpunkt der Route können Sie sich die berühmtesten Gebäude, Museen, Cafés, Konditoreien und Theater der Stadt erschließen, wenn Sie sich längs dieser Achse zur Entdeckung von Budapest auf den Weg machen.
In der Reihe kultureller Einrichtungen findet sich so manche Sehenswürdigkeit. Das Postmuseum hält eine kleine, aber feine Sammlung bereit und ist deshalb zu empfehlen. Nur wenige Schritte weiter erblicken Sie eine Institution, auf die unsere Hauptstadt ganz besonders stolz ist: die Ungarische Oper. Das Gebäude im Stil der Neorenaissance betont in einer innen wie außen harmonischen Einheit auf reichhaltige Weise seine repräsentativen Funktionen. Die Vorhalle und das Treppenhaus aus Marmor, mit Marmorplatten verkleidete Wände, der Intarsienfußboden in den Salons, die Seidentapeten, die künstlerischen Wandbemalungen und Fresken sowie das prunkende Gold im Zuschauerraum strömen allesamt diesen Luxus aus. Vergleichbar damit wäre bestenfalls die Pariser Oper.
Das auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegene Gebäude von vergleichbarer Schönheit war bis vor kurzem eine Hochburg des Balletts, demnächst aber wird es in ein Fünfsterne- Luxushotel umgebaut.
Hier nimmt die Geschäftsstraße ihren Anfang, wo sich Läden aneinander reihen, deren Eleganz sich gegenseitig überbietet und die viele Kunden anlocken. Unter den exklusiven Angeboten bietet allein die Betrachtung der wunderschönen tschechischen Kristallleuchter, des Herender Porzellans, des französischen Schmucks oder des Caprice-Schmucks ein Erlebnis; darüber hinaus sind Uhren von Weltmarken, Schuhe, Kleider und sogar außergewöhnliche Luftballons erhältlich!
Wenn Sie weiter auf der Andrássy út entlang schlendern, erreichen Sie das Ferenc-Liszt-Gedenkmuseum. In einer Seitengasse findet sich die letzte Budapester Wohnung von Ferenc Liszt im ersten Geschoss der Alten Musikakademie, wo der Meister zwischen 1881 und 1886 wohnte. Hier können die Originalinstrumente von Liszt, seine Möbel, seine Bibliothek und sein Notenarchiv und persönliche Gegenstände betrachtet werden.
Die zwei bedeutendsten Sammlungen des Ostasiatischen Museums „Ferenc Hopp“ sind die chinesische und die japanische Kollektion. Neben einer umfangreichen indischen Sammlung sind auch Kulturobjekte Koreas, Vietnams, Indonesiens und des Islam zu sehen.
In Richtung Platz der Helden (Hősök tere) wird die zeitgenössische Kunst durch das vor zwei Jahren restaurierte KOGArt-Haus repräsentiert. In dem imposanten Palast warten regelmäßig erneuerte Ausstellungen, kulturelle Programme, Café und Restaurant auf die Besucher.
Am Ende der mit Palästen und einstigen großbürgerlichen Villen gesäumten Andrássy út stoßen Sie auf den Platz der Helden und das dahinter liegende Stadtwäldchen. Zwei Gralsstätten der Museenwelt liegen sich Auge um Auge gegenüber: das Museum der Schönen Künste und die Kunsthalle. In Ersterem sind neben ägyptischen Ausgrabungen die großen spanischen Meister und beispielsweise Kunstwerke Gauguins zu betrachten, wohingegen sich die Kunsthalle auf moderne und zeitgenössische Künste konzentriert.
Auch ein Gang unter die Erde ist empfehlenswert, um mit der Millenniums-Untergrundbahn zu fahren. An der Station Deák tér kann nicht einfach nur eine Gedenkausstellung über die erste U-Bahn des europäischen Festlands angesehen werden, sondern schon auf dem Weg dorthin können Sie von Station zu Station eine spannende Ausstellungsreihe erleben.
Die ganze Welt ist ein Theater – Ausstellung zur Theatergeschichte in den Stationen der Untergrundbahn
Ab 27. Januar 2006 können sich die Reisenden und Interessenten mit der reichhaltigen Theaterkultur zur Jahrhundertwende vertraut machen, wenn sie die Stationen der Millenniumsbahn nutzen. Plakate, Rollenverzeichnisse, Kulissen- und Maskenentwürfe sowie Fotos gestatten einen Einblick in die Welt des Theaters in jener goldenen Zeit.
Die Ausstellung am Deák tér setzt sich mit dem deutschsprachigen Pester Theater und der Geschichte des Nationaltheaters auseinander.
Diese Schau findet ihre Fortsetzung auf der Station Bajcsy-Zsilinszky út, wo des Weiteren eine Anregung zu den Vorstellungen des ungarischen Volkstheaters gegeben wird.
Die Station Oper dient selbstverständlich der Darstellung von Szenen aus der Geschichte der Oper, am Oktogon werden die Welterfolge der Operette ins Bewusstsein zurückgerufen.
An der Station Vörösmarty utca begegnen die Interessenten dem Budapester Kabarett.
An der Station „Körönd“ kann über Gastspiele der berühmten europäischen Künstler Sarah Bernhardt, Eleonore Duse oder Alexander Moissi sowie des Theaters von Max Reinhardt nachgelesen werden, der als einflussreichster Regisseur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und Reformator des Theaters galt.
Die Station Bajza utca setzt den Versuchen der ungarischen Erneuerer ein Denkmal.
Am Platz der Helden treffen die Zuschauer auf einstige Größen und Berühmtheiten der ungarischen Schauspielkunst.
Die Station Stadtwäldchen weckt die Erinnerung an die einstigen Theaterstätten.
Und die Haltestelle Mexikói út ruft die Erfolge der einst so beliebten Volksoper (heutiges Erkel-Theater) ins Gedächtnis.
Nicht auslassen dürfen Sie auch die weiteren Sehenswürdigkeiten dieser Gegend: Die Burg Vajdahunyadvár, den Tiergarten, die Kunsteisbahn und das Gundel-Restaurant sind gewissermaßen Pflichtstationen in einer Reihe von Attraktionen, die Geist und Körper einbeziehen.