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2009 - Spring

Jagd-Panorama Auf den Spuren des Heiligen Hubertus

formula 1Alphonse Mucha ist der tschechische Meister der Sezession

„Jagen ist
wie die Hatz des Wildes und das Rauschen des Waldes
auf einmal.
Aber doch mehr das Rauschen des Waldes.”

Zsigmond Széchenyi

Die Geschichte der Jagd ist so alt wie die der Menschheit. Es ist ein tief in den Menschen (den Männern) kodierter Instinkt, dass gejagt werden muss! Heute wird die Jagd hauptsächlich nicht mehr zum Überleben betrieben, sondern als eine Art Lebensstil, Sport oder Freizeitbeschäftigung. Dabei ist es wichtiger, als das Wild zu erlegen, die zum Jagen verbrachte Zeit in einer gesunden und angenehmen Umgebung zu verbringen. Im Gegensatz zu dem weit verbreiteten Vorurteil töten Jäger nicht aus Vergnügen, sondern sind aktive Naturschützer. Im Winter und bis in den Frühling hinein sorgen sie sich um den Wildbestand und tun mit aktiven Eingriffen in den Lebensraum der Wildtiere nicht nur diesen Gutes, sondern auch den geschützten Tieren. Die waldreichen Gegenden und unberührten Gebiete in Mittelosteuropa begünstigen außerordentlich das Jagen und locken zahlreiche Begünstigte von Diana, der Göttin der Jagd, von weither an.

Ungarn

In Ungarn erreicht der Anteil der zur Jagd geeigneten Gebiete 88%; gerne kommen ausländische Jäger vor allem aus Deutschland, Österreich und Italien hierher, um sich am Abschuss des Überbestands zu beteiligen, der reiche Beute verspricht.
Im Umland von Budapest ist der Parkwald von Pilis gelegen. Sein edelstes, an vielen Stellen auftauchendes Wild ist der Rothirsch, am weitesten verbreitet ist hingegen ganz außer Zweifel das Rehwild. Das zweite Wild mit stolzem Bestand ist das Wildschwein.
Im Herzen Ungarns, nahe zur Donau gelegen befindet sich der Gemence-Wald, dessen Rothirschkolonie einen Ruf von Welt hat. Einzigartig und ein außergewöhnliches Erlebnis ist die Jagd auf den röhrenden Gemencer Hirschbock. Die ausgezeichnete Qualität des hiesigen Hirschbestands belegen zwei Weltrekordtrophäen, die Abschüsse von Szálka 1891 und von Karapancsa 1986. Im Kreis der Stammjäger sind auch die gut organisierten, groß angelegten Treibjagden auf Wildschweine anerkannt.
Zu den Schlagern des Frühjahres gehört die Schnepfenjagd – obgleich die Schnepfe unter das Kleinwild einzuordnen ist, genießt sie dank ihrer Grazie und der besonderen Umstände der Jagd auf die Schnepfe in Ungarn eine Achtung wie das Großwild.

Unbeschränkt gejagt werden können unter den Kleinwildarten: Schnepfen, Fasane, Knäkente,
unter dem größeren Wild: Füchse, Bisamratten, Wildschweine (Keiler, Überläufer, Frischlinge),
unter dem Großwild: Rehböcke 15. Apr. – 30. Sept.
Rehe, Hirsche etc. von Ende Sept./Okt. bis Ende Jan./Febr.

Rumänien

Rumänien kann auch heute noch stolz auf einen bedeutenden Wildbestand verweisen, wenngleich der Wildbestand bereits zurückgeht und sich gleichzeitig verjüngt. Braunbären, alte Keiler und Hirschböcke mit mehr als 10 kg schweren Geweihen bzw. Rehböcke mit Goldmedaillen-Gehörn werden immer seltener. Dennoch besteht eine große Nachfrage innerhalb Rumäniens und aus dem Ausland hinsichtlich von Jagden. Im Umland von Székelyudvarhely in Siebenbürgen liegt ein legendäres Jagdgebiet Rumäniens. Siebenbürgen bedeutet für jeden Jäger ein unvergessliches Jagderlebnis tief inmitten von Wald und Bergen. Auf dem Gebiet, das sich über 110.000 ha erstreckt, von denen allein 32.000 ha durch Wälder bedeckt sind, können Braunbären, Luchse, Wölfe, Rothirsche, Auerhahn, Rehe, Wildschweine und viele andere Arten von Kleinwild in ihrem natürlichen Umfeld erlebt werden.

Slowakei

Die slowakischen Jagdgebiete sind gut in Schuss, wobei sich das Land bis heute zum Abschuss freigegebenen Wildtierarten rühmen kann, die anderswo in Europa gar nicht mehr anzutreffen sind. Die Jagdgebiete erreichen insgesamt einen Umfang von ca. 4,4 Millionen ha. Hier können Hirsche, Rehe und Wildschweine gejagt werden, während es in der Hohen und der Niederen Tatra nicht unbedingt selten ist, großen Raubtieren – wie Bär und Wolf – zu begegnen. Der Abschuss von Bären im Frühjahr und im Herbst ist durch das Umweltministerium der Slowakei genehmigt worden. Rehe sind praktisch in der gesamten Slowakei anzutreffen, als besonders beliebtes Jagdrevier gilt dabei Záhorie. Reich an Wildbeständen sind zudem die Gegenden um Rimaszombat (Rimavská Sobota), Losonc (Lu?enec), Léva (Levice) und Nagykürtös (Ve?ký Krtíš).

Tschechien

Das berühmteste Jagdrevier Tschechiens ist jenes von Lány. Der Sitz der Forstaufsicht liegt 40 km westlich von Prag, in dem Ort Lány. Dieses Hügelland mit weit ausgedehnten Wäldern, Bachläufen und Fischteichen bietet den Zufluchtsort für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. In diesem Gebiet werden jährlich etwa 80 Trophäentiere (Rothirschbock, Damhirschbock, Sikahirschbock, Rehbock und Mufflonbock) sowie 400 weitere Medaillentiere geschossen. Was den Bestand an Sikahirschen anbelangt, tritt der Jäger mit guten Chancen zum Erlegen eines ausgezeichneten, medaillenträchtigen Bocks an. In dem Jagdgebiet findet sich ein eingezäunter Teil auf insgesamt 2.800 ha, der von Wäldern, Feldern und Agrarflächen umgeben wird.

Österreich

Das charakteristische Wild Österreichs wird durch die Tierwelt der Alpen geprägt. Häufigste Beute machen die Jäger an Steinböcken, Gämsen, Murmeltieren und Birkhühnern. Die Jagd auf die Alpen-Steinböcke ist eine echte Bergjagd, wobei es heutzutage schon ein ausnahmsweiser Glücksfall ist, wenn jemand dieses Wild jagen kann. Wegen der geringen Zahl an Abschlussmöglichkeiten muss der unternehmenslustige Jäger nicht selten 2-3 Jahre auf seine Chance warten. Die Gämsenjagd geschieht gewöhnlich durch Anschleichen, kann aber auch vom Hochsitz aus vorgenommen werden. Jagdzeit ist zwischen dem 16. Juli und dem 15. Dezember. Die Jagd auf die Murmeltiere ist eine klassische Jagdform, die allgemein bei gutem Tageslicht in den Vormittags- oder frühen Nachmittagsstunden vorgenommen wird. Jagdzeit ist zwischen dem 16. August und dem 15. Oktober. Eine besondere „Delikatesse“ ist die Jagd auf Birkhühner in den Alpen Österreichs. Jagdzeit ist zwischen dem 1. Mai und dem 15. Juni, während der Balzzeit.
Die Küche der in Mitteleuropa beheimateten Völker bietet eine reiche Vielfalt an Wildgerichten, weshalb es lohnt, sich auch in deren Studium zu vertiefen.

 
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